Wieviel Wasser trinkt ein Esel täglich?

Esel sind Wüstentiere 🏜️ und damit perfekt an das Leben in einer heißen und trockenen Umgebung angepasst. Sie besitzen eine enorme Dursttoleranz: Es wird über Durststrecken von bis zu 72% und einem damit verbundenen Gewichtsverlust von bis zu 30 % berichtet, ohne dass gesundheitliche Probleme auftauchen [1]. Dies ist möglich, weil sie über eine effektive Rückresorption des Wassers aus dem Dickdarm verfügen [2]. Doch ganz ohne Wasser kommt auch dieses Säugetier nicht aus.

Viele Faktoren bedingen den Wasserbedarf

Aber wie groß ist der tägliche Wasserbedarf eines einzelnen Esels tatsächlich 🤔? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Denn wie viel ein Esel tatsächlich täglich trinkt, hängt u.a. von der Umgebung, den Witterungsverhältnissen ☀️🌤️🌦️, dem Wassergehalt seines Futters, seiner körperlichen Aktivität und natürlich der Außentemperatur 🌡️ ab [1, 3]. Laktierende Stuten haben einen nochmals höheren Bedarf an Wasser [1, 4].

Sucht man Angaben hierzu in der Literatur, lauten diese ganz unterschiedlich. Sie reichen von 3,5-9,5l pro 100kg Körpergewicht (KGW) [1] bis zu 60ml/kg KGW [5]. Andere sprechen von 5(/18)-35 l Wasser täglich für einen ausgewachsenen Esel [3, 6], während wieder eine andere Quelle unter definierten Bedingungen einen Bedarf von 51ml/kg KGW ermittelte [4]. Für Großesel wurde hierzulande eine täglich verzehrte Menge von 10-15 l Wasser angegeben [7], wobei in diesem Zusammenhang kein Vergleichswert für kleine Esel zu Verfügung steht. 

Bedenke:            Die angegebenen Werte sollte man keinesfalls als Trinklimit,                                           sondern als Größenordnung verstehen!

Kriterien für eine gute Wasserversorgung 💦

Egal wie viel Wasser Esel letztlich täglich benötigen – wichtig ist: Sie müssen stets – also zu jeder Zeit – Zugang zu frischem, sauberem Wasser haben [8], um vital zu bleiben und ihre Organfunktionen (besonders die Verdauung!) aufrecht zu erhalten [9]. Deshalb muss täglich kontrolliert werden, ob der Esel genug trinkt, was leichter gelingt, wenn das Wasser aus Eimern 🪣und Bottichen angeboten wird, als wenn eine Selbsttränke zu Verfügung steht. Beides muss lebensmittelecht sein und täglich gereinigt werden 🧽. Auch sollte sich die Tränke in mindestens 10 m Entfernung zum Misthaufen befinden, um Insekten keine zusätzliche Brutstätte zu bieten [10].

Die Tränke darf keinesfalls zu hoch oder zu tief angebracht sein [11]. Eine Höhe von ca. 76 cm hat sich im Regelfall als günstig erwiesen [8]. Bei Eimern und Bottichen muss gewährleistet sein, dass sie nicht umfallen oder vom Esel umgeworfen werden können.

Im Winter ❄️⛄ ist darauf zu achten, dass die Tränke nicht einfriert. Hier kann ein kleiner Ball, der auf der Oberfläche schwimmt, helfen das Einfrieren hinauszuzögern. Noch eleganter sind beheizbare Selbsttränken. Gerade in der kalten Jahreszeit trinken Esel oft weniger und bevorzugen warmes Wasser. Kühles Wasser wird dagegen in der warmen Jahreszeit bevorzugt [8, 12].  

In dem am besten mindestens zwei Wasserstellen angeboten werden, wird sichergestellt, dass die Wasserversorgung auch dann noch gewährleistet wird, wenn eine Quelle ausfällt oder stark verschmutzt ist (Kot, Schlamm usw.).

Fazit

Esel haben einen sehr variablen Wasserbedarf, der von vielen Faktoren abhängt. Entscheidend ist daher weniger eine fixe Literzahl als die konsequente Sicherstellung von verfügbarem, frischem und sauberem Wasser um die Gesundheit zuverlässig zu unterstützen.

© Alexandra Rügamer, Bad Mergentheim
© Alexandra Rügamer, Bad Mergentheim

Quellen:

[1]          Vervuert I. Wasserhaushalt und -bedarf. In: Esel- und Maultierkrankheiten. Gehlen H,   Schwarz B (Hrsg.). Thieme Verlag, Stuttgart (2025); 68-9

[2]          Pharmacology and Therapeutics. In: The clinical companion of the donkey. The Donkey                Sanctuary (Hrsg.). 2. Aufl. Hobbs The Printers, Totton (2021); 248 

[3]          Aganga AA, Letso M, Aganga A. Feeding donkeys. Livestock Research for Rural Development      (2020); Volume 12, Article 11. http://www.lrrd.org/lrrd12/2/agan122.htm

[4]          Cymbaluk NF. Equine Applied and Clinical Nutrition. Water. Elsevier Ltd, Amsterdam, NL              (2013); 80-95. E-Book: Health, Welfare and Performance

[5]          Danese T, Raspa F, Cavallarin L et al. Donkey Nutritition and Feeding Strategies. In: Donkey         and Mule Medicine: Fondations, Breed, and Management. McLean AK, González FJN,       Goodrich EL (Hrsg.). Springer, Cham, CH (2026); 636

[6]          Polidori P, Vincenzetti S. Farm management and feeding strategies for donkey milk        production. In Agricultural Research Updates, Gorawala P, Mandhatri S (Hrsg.). Nova Science Publishers, Hauppauge, USA (2017); 93-109

[7]          Plötz P. Trinkverhalten von Eseln. Proceedings: Vorlesung an der Justus-Liebig-Universität zu     Gießen. Sommersemester 2024

[8]          The Donkey Sanctuary. The Donkeys’ environment. In: Donkey Care Handbook. The Donkey       Sanctuary (Hrsg.) 5. Aufl; 48-9

[9]          The Donkey Sanctuary. Donkey Health. In: Donkey Care Handbook. The Donkey Sanctuary           (Hrsg.) 5. Aufl; 100

[10]        The Donkey Sanctuary. The Donkeys’ environment. In: Donkey Care Handbook. The Donkey       Sanctuary (Hrsg.) 5. Aufl; 54

[11]        The Donkey Sanctuary. Donkey Health. In: Donkey Care Handbook. The Donkey Sanctuary           (Hrsg.) 5. Aufl; 145

[12]        Geriatric Management. In: The clinical companion of the donkey. The Donkey Sanctuary              (Hrsg.). 2. Aufl. Hobbs The Printers, Totton (2021); 211

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