Im Gegensatz zu Pferden variiert die Trächtigkeitsdauer von Eselstuten 🫏 mitunter deutlich und so kann es schon mal sein, dass Eselstuten nur 11 oder auch deutlich über 12 Monate
tragen. Der Durchschnitt liegt dabei zwischen 365 und 376 [1] (bzw. 421 [2]) Tage. Eine Trächtigkeit kann bei genügend großen Tieren transrektal von geübten Untersuchern mit dem Ultraschall bereits 10 Tage nach der Bedeckung festgestellt werden, optimalerweise aber erfolgt die Untersuchung an Tag 12-15 [2] bzw. Tag 14 [1].
Auch Hormonmessungen im Blut können hinweisend darauf sein, ob eine Trächtigkeit vorliegt. Hier kommt es jedoch auf den Untersuchungszeitpunkt
an, da nicht in jeder Phase der Trächtigkeit jedes Hormon mit der gleichen Konzentration messbar ist. Häufig zeigen die Hormonkonzentrationen einen Wellenverlauf: So steigt z.B. das Trächtigkeitshormon Östronsulfat ab der 15. Trächtigkeitswoche mehr und mehr an
, um in den Wochen 18 bis 33 einen maximalen Anstieg zu erfahren. Nach diesem Peak fällt es wieder deutlich ab
[1]. Die Messung der Konzentration zum Nachweis einer Trächtigkeit wird etwa ab dem 110. Tag empfohlen [3].
Zwillingsträchtigkeiten kommen bei Eseln häufiger als bei Pferden vor, sind jedoch genauso kritisch zu betrachten [1, 2]. Die nur geringe Überlebensrate von Zwillingen bei Eseln ist vielleicht etwas größer, als die von Pferden, was wahrscheinlich mit einer geringfügig anders aufgebauten Plazenta zu tun hat [2], führt aber i.d.R. zum Verlust beider Fohlen. Eine der beiden Fruchtanlagen sollte deshalb am besten schon zwischen Tag 14 und 15
durch Abdrücken in der Gebärmutter manuell entfernt werden, um das Überleben wenigstens eines Fohlens zu ermöglichen. Eine Nachuntersuchung, ob der Eingriff erfolgreich war, sollte unbedingt durch eine Ultraschalluntersuchung bis zum 35. Trächtigkeitstag erfolgen.
Je nach Stadium der Trächtigkeit (sie wird in Trimester eingeteilt) verändert sich das äußere Erscheinungsbild der Eselstute [4, 5]. Das erste Trimester (1.-4. Monat) ist eine relativ kritische Phase . Hier können Fruchtabgänge noch häufiger und zumeist unbemerkt vorkommen [4]. Am Körper der Eselstute können in dieser Zeit nur wenig Veränderungen, die auf eine bestehende Trächtigkeit hinweisen, wahrgenommen werden. Dies ändert sich im 4.-8. Monat, dem zweiten Trimester: Der Bauchumfang nimmt zu. Auf eine ausbilanzierte Fütterung
und eine adäquate Bewegung ist in diesem Zeitraum unbedingt zu achten. Zum Ende dieser Phase kann sich bereits das Euter anbilden. Im dritten und letzten Trimester (ab dem 9. Monat) nehmen Bauch- und Euterumfang gerade kurz vor der Geburt nun deutlich zu. Manche Stuten können ein ausgeprägtes Nestbauverhalten zeigen [4, 5]. Die Geburtsbox mit viel weicher, sauberer Einstreu und einem großen Platzangebot sollte bereitgestellt werden [4]. Ruhe
ist nun besonders wichtig [5].
Bei der Vorsorge und Pflege trächtiger Eselstuten ist unbedingt auf folgendes zu achten:
Die trächtige Eselstute sollte einen guten Impfschutz – vor allem gegen Tetanus – aufweisen. Sie ist regelmäßig auf Parasiten
zu untersuchen und vor allem bald nach der Geburt zu entwurmen, um die Übertragung von Würmern auf das Neugeborene weitgehend zu vermeiden.
Auch sollte der Ernährungszustand anhand des Body Condition Scores regelmäßig überprüft werden, um Untergewicht (schlecht für die Entwicklung des Fötus und die Milchproduktion) und vor allem Übergewicht (schlecht vor allem für die anstehende Geburt) zu vermeiden. Dies schließt regelmäßige Zahnkontrollen
natürlich mit ein [5].
Zwar ist eine trächtige Stute nicht krank, doch sollte man sich bewusst sein, dass sie ein zweites Leben in sich trägt, was besondere Bedürfnisse der Stute rechtfertigen: Für die werdende Mutter empfiehlt sich deshalb regelmäßige, moderate Bewegung um den Kreislauf ♥️, die Muskulatur
und die Gesunderhaltung zu unterstützen, eine geeignete, d.h. stress- und angstfreie sowie sichere Unterbringung muss jederzeit gewährleistet sein [5].
Quellen:
[1] The Donkey Sanctuary. 6. The reproductive System. In: The clinical companion of the donkey. The Donkey Sanktuary (Hrsg.) 2. Aufl. Hobbs the printers, Hampshire (UK); 2021: 85-86
[2] Sielhorst J, Bartmann CP. Paarung und Belegung. In: Gehlen H, Schwarz B. Esel- und Maultiererkrankungen. Thieme Verlag Stuttgart. 1. Auflage 2025. 85-87
[3] Laboklin. Referenzwerte Pferd, Esel, Alpaka, Lama. Oktober 2022. Zuletzt aufgerufen am 11.06.2026. https://www.laboklin.de/wp-content/uploads/2023/03/Bestell-Poster_Referenz_Lama_Alpaka_A2_DE.pdf
[4] Turning Pointe Donkey Rescue. Pregnancy. Zuletzt aufgerufen am 11.06.2026. https://turningpointedonkeyrescue.org/pregnancy/
[5] Wildlifeproductivity.co.uk. Donkey Gestation Period: A Thorough Guide to Pregnancy in Donkeys. Zuletzt aufgerufen am: 11.06.2026. https://wildproductivity.co.uk/donkey-gestation-period/







