Es ist gar nicht so leicht zu erkennen, dass bei einem Esel was nicht stimmt, dass er Schmerzen hat oder gar krank ist. Noch viel schwieriger gelingt das bei einem alten Tier. Woran alte Esel hÀufig leiden und worauf man achten muss, verrÀt der folgende Beitrag.
Esel können ĂŒber 40 Jahre alt werden đ°ïž und erreichen allgemein nicht selten ein Alter von ĂŒber 20 Jahren (Abb. 1)! Es ist deshalb sehr wichtig, bevor man sich das Tier anschafft, gut zu ĂŒberlegen, ob man so lange fĂŒr den Esel sorgen kann und will. Generell gelten Esel ab einem Alter von 20 Jahren als âaltâ (oder geriatrisch).
Es ist an sich schon nicht immer einfach, klinische Symptome und Anzeichen fĂŒr Erkrankungen bei Eseln zu erkennen đ€ und gerade beim Ă€lteren Esel können sie noch leichter ĂŒbersehen werden â auch dann, wenn sie regelmĂ€Ăig untersucht und gut beobachtet werden.
Im Alltag kommt deshalb Personen (Betreuer, Pfleger), die regelmĂ€Ăig mit dem Esel Kontakt haben, eine wichtige Bedeutung, gleichwohl aber auch eine besondere Verantwortung zu: Sie sollten das Tier stets im Blick haben und den Besitzer auf auch nur die kleinsten Anzeichen fĂŒr Krankheiten möglichst schnell aufmerksam machen.
Esel zeigen Schmerzen kaum
Denn Esel sind von Natur aus sehr stoisch und verschleiern SchmerzzustĂ€nde (đ Schmerzen beim Esel) im Allgemeinen, so dass Krankheitssymptome eher unentdeckt bleiben. Gerade das oft dichte (/lange) Fell verschleiert Hauterkrankungen oder bildet das Gewicht des Esels nicht real ab. Ob ein Esel zu dick oder gar viel zu dĂŒnn ist, kann somit gar nicht richtig gesehen, dafĂŒr aber ertastet werden (Abb. 2). Auch werden Symptome, die z.B. die Atmung oder die Muskulatur betreffen, durch das Fell nicht gleich offensichtlich, sondern oft erst dann, wenn die Erkrankung weit fortgeschritten ist.
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Alte Esel haben Zahnprobleme
Gerade Ă€ltere Esel haben oft einen verheerend schlechten Zahnstatus oder leiden unter einer starken Verwurmung. RoutinemĂ€Ăige Zahnkontrollen (min. 1x jĂ€hrlich) đȘ„und ein gutes Wurmmanagement đȘ± sind deshalb besonders wichtig, um schmerzhafte ZustĂ€nde abzustellen und fortschreitendem Gewichtsverlust entgegenzuwirken (đ Zahnerkrankungen beim Esel).
Die FĂŒtterung alter Esel sollte gewichtsorientiert, jahreszeitlich angepasst und dem Zahnstatus entsprechend angepasst sein. Ggf. mĂŒssen Heu/Grascobs đŸgefĂŒttert werden oder warmes Wasser in den Wintermonaten angeboten werden, um Verstopfungskoliken zu vermeiden. Auch sollten an alte Esel regelmĂ€Ăig Mineralstoffe und Vitamine zugefĂŒttert werden. Â
Hufrehe kommt oft vor
Geriatrische Esel leiden besonders hĂ€ufig an (chronischer) Hufrehe (đHufrehe), ohne dass es den Besitzern je aufgefallen ist. Dies kommt daher, dass betroffene Esel nicht wie Pferde âtippelnâ, klamm laufen und erst in einem spĂ€teren Stadium vermehrt liegen. Dagegen sind eine unsichere Haltung, Muskelabbau rund um die Schulter und Gangunlust neben der klassischen Umformung der Hufe typische Anzeichen von Hufrehe bei Eseln.
Merke:               Es empfiehlt sich daher, den Tierarzt jĂ€hrlich fĂŒr einen Routinecheck đ©ș (đRoutinecheck bei meinem Esel) kommen zu lassen und nicht erst, wenn bestenfalls Impfungen đanstehen oder schlimmstenfalls, wenn er fĂŒr einen Notfall gerufen wird.
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Quellen:
[1]Â Â Â Â Â Â Â Â Â Sullivan R. The geriatric donkey: quality of life, pain management, chronic diseases, quality of life. In: Proceedings of the British Equine Veterinary Association Congress (2019). https://www.thedonkeysanctuary.org.uk/research/paper/2755
[2]         Fouché N. Der alternde Esel. Institut suisse de médecine équine (ISME), UniversitÀt Bern (2023). https://tierschutz.com/app/uploads/2023/06/der-alternde-esel.pdf