Magenschmerzen beim Esel: Das Donkey Gastric Ulcers Syndrom (DGUS)

Die Eselfütterung basiert auf Heu und Gras © Axel Dietrich, Steinheim

Es mag verwundern: Werden Esel 🫏 korrekt – also raufutterbasiert – ernährt, sollte man meinen, das sei der beste Schutz vor Magenerkrankungen. Doch weit gefehlt! Bereits vor gut 20 Jahren wurde in einer Studie der Donkey Sanctuary bei der Sektion verstorbener Esel festgestellt, dass 41% (!) von ihnen an Magengeschwüren litten [1]. Wie kann das sein?

Ursachen für DGUS

Esel werden hierzulande oft zu zuckerreich 🧁🍬🌾ernährt. Kohlehydrate machen dabei nicht nur dick, sondern führen auch zu einem Anstieg der Magensäurekonzentration und erhöhen das Risiko ⚠️, an DGUS zu erkranken [1, 2]. Andere Risikofaktoren sind vor allem chronischer Stress 🥵, etwa weil der Esel von seiner Herde oder dem Partnertier getrennt wurde 😭 oder z.B. transportiert 🛻 wird. Auch wenn er bereits anderweitig erkrankt ist, z.B. an Hyperlipidämie oder einer Nierenerkrankung leidet und dadurch wenig fressen mag, kann sich das DGUS entwickeln. Nicht zu unterschätzen ist außerdem eine länger andauernde Behandlung 💉mit Schmerzmitteln/ Entzündungshemmern wie z.B. Nichtsteroidale Antiphlogistika oder Cortison: Auch daraus können sich Magenbeschwerden entwickeln [2]. 

Symptome der Erkrankung

Anders als Pferde zeigen an DGUS leidende Esel kaum Symptome 🤔. Da sie i.d.R. keine Leistung erbringen müssen, kann eine fehlende Leistungsbereitschaft, kaum auffällig werden. Gewichtsverlust, mangelnder Appetit und Kolik können auftreten [2]. Klarheit in der Diagnostik wird meist nur über eine Magenspiegelung erreicht. Hierbei kann auch das Ausmaß der Erkrankung ermittelt werden [3].

Die Behandlung von DGUS

Die Therapie richtet sich vor allem danach, mögliche Ursachen abzustellen. Dies bedeutet das Vermeiden von Stress und das Einstellen von zu Stärke-, also Zuckerreichen Futtermitteln. Auch die Gabe von Omega-3-Fettsäuren hat sich als vorteilhaft erwiesen [3]. Raufutter von guter Qualität sollte ohne lange Fresspausen über den ganzen Tag hinweg zu Verfügung stehen. Auch sollten die Erkrankung begünstigende Medikamente (s.o.) – wenn möglich – abgesetzt werden.

Ob Säureblocker 💊 wie Omeprazol oder Pantoprazol, die beim Pferd 🐎 erfolgreich eingesetzt werden, beim Esel zur Heilung beitragen, ist nicht hinreichend erforscht. Sie werden aber dennoch routinemäßig eingesetzt. Antibiotika sollten jedoch nicht gegeben werden, da anders als bei uns Menschen keine Hinweise darauf bestehen, dass Bakterien für die Erkrankung verantwortlich sind.

Prognose

Je nachdem, ob die zugrundeliegende Ursache gefunden und abgestellt werden kann, liegt eine gute Prognose 👍🏻 für den betroffenen Esel vor. Vorbeugend sollte Stress vermieden und auf eine Raufutterbetonte Fütterung geachtet werden.

Quellen:   

[1]          The Donkey Sanctuary. Gastric ulcers in donkeys. 30. November 2017. Zuletzt aufgerufen am 10. September 2026. https://www.thedonkeysanctuary.org.uk/for-owners/owners-resources/gastric-ulcers-in-donkeys

[2]          Schwarz B. Gastrointestinale Erkrankungen. Magenerkrankungen. In: Esel- und Maultiererkrankungen. Gehlen H, Schwarz B (Hrsg.), Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart (2025): 193

[3]          Mendoza FJ, Toribio RE, Perez-Ecija RA. Gastric Problems. Gastric Ulcers. In: Donkey and Mule Medicine: Clinical Medicine and Reproduction. McLean AK, González FJN, Goodrich EL (Hrsg.), Springer Verlag, Cham, Schweiz (2026): 74-75

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