Ejiao bedroht Afrikas Eselpopulation

Eselherde
Esel, dicht gedrängt in seiner Herde © Zinkevych@freepik.com

Was ein chinesisches Heilmittel mit Eseln zu tun hat

„Ejiao“ ist ein altes Heilmittel, das in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) u.a. zur Stärkung des Immunsystems, der Potenz und gegen Frauenleiden eingesetzt wird. Hergestellt wird es aus Eselgelatine, die sich leicht aus der Haut der Tiere gewinnen lässt. Wurden im Jahr 2013 noch 1,2 Mio. Eselhäute benötigt, um den Bedarf an Eselgelatine zu decken, lag er 2021 bereits bei 5,9 Mio. und wird für das Jahr 2027 mit 6,8 Mio. geschätzt. Eine unglaubliche Zahl, die China allein mit der eigenen Eselpopulation schon lange nicht mehr decken kann!

Die Bedeutung von Eseln für Afrika

Der afrikanische Kontinent beheimatet etwa 33 Mio. Esel und macht ihn (neben den Eseln in Kolumbien) damit für China zu einem begehrten Handelspartner. Die überwiegende Zahl der Einwohner Afrikas lebt in ärmlichen Verhältnissen. Kleine Dörfer ohne Infrastruktur und oft noch ohne Elektrizität, dafür aber mit großen Herausforderungen, wenn es darum geht, Wasser zu beschaffen und Nahrungsmittel anzubauen, in weit entfernten Städten zu verkaufen oder auch nur, um die Kinder in die Schule zu bringen, machen den Esel zu einem unverzichtbaren Begleiter, der die Bewerkstelligung des Alltags überhaupt erst ermöglicht und das Überleben sichert.

Tierwohl in Gefahr

Durch die rasant steigende Nachfrage werden mehr und mehr Esel in großen Gruppen unter zumeist hygienisch unwürdigen Bedingungen gehalten, die ein artgerechtes Leben unmöglich machen. Hierdurch wird das Tierwohl stark gefährdet. Hinzu kommen grauenvolle Zustände, unter denen die Tiere geschlachtet werden. Oft geht der Schlachtung ein unzumutbarer Transport voraus.

Die Auswirkungen reichen viel weiter

Diese Gegebenheiten öffnen Tür und Tor für die Verbreitung von Krankheiten (nicht selten solche, die auf den Menschen übertragbar sind) und beeinträchtigen die Biosicherheit. Sie unterstützen das Aufleben des illegalen Handels von verbotenen Wildtierprodukten, da die Transporte der Eselhäute (ins Ausland) als Trittbrettvehikel genutzt werden, beeinträchtigen vor allem das Leben der Frauen in Afrika, die ohne Esel noch mehr und unter viel schwierigeren Bedingungen das Alltagsleben bewerkstelligen müssen, was alles in allem dazu beiträgt, die Fortschritte einzelner Länder auszulöschen, egal welche staatlichen Kampagnen zur ländlichen Entwicklung auch ins Leben gerufen wurden.

Eselhalter haben keine Chance

Esel sind und bleiben wertvolle Arbeitstiere in Afrika, ohne die der Alltag ihrer Halter nicht zu bewerkstelligen ist. Durch den steigenden Bedarf kommt es zu einer wachsenden Zahl an Diebstählen von Eseln. Die Tiere werden unbemerkt aus ihrem Gehege befreit und zum Schlachten transportiert. Dies geschieht so schnell, dass dem Eselhalter kaum eine Chance bleibt, sein Tier zu retten. Aufgrund der großen Armut kann oft kein neuer Esel angeschafft werden.

Afrikanische Union beschließt Handelsverbot

Sich dieses Problems immer mehr bewusst werdend und um seine Bevölkerung zu schützen, wurde im Februar 2024 durch die Afrikanische Union der Handel mit Eselhäuten verboten. Es bleibt abzuwarten, ob es damit gelingt, das Leid der Tiere ein für alle Mal zu stoppen und die Bewerkstelligung des herausfordernden Alltags ihrer Halter zu sichern.

Hilfe durch das Donkey Sanctuary

Das Donkey Sanctuary (Sidmouth, Großbritannien) macht seit Bekanntwerden immer wieder mit neuen Reportagen und Studien gezielt auf das Problem aufmerksam. So sammelt es unermüdlich Spendengelder, die direkt in die Rettungskampagnen fließen und für diese Arbeit nötig sind.

Alle Reportagen und weitere Informationen über den illegalen Handel mit Eselhäuten aus Afrika sowie die Möglichkeit, die Arbeit der Donkey Sanctuary durch eine Spende zu unterstützen, finden sich unter: https://www.thedonkeysanctuary.org.uk/what-we-do/end-the-donkey-skin-trade.

Quellennachweis

Dieser Beitrag stellt eine Zusammenfassung der Reportagen über den Handel mit Eselhäuten der Donkey Sanctuary (Sidmouth, UK) dar:

The Donkey Sanctuary. Reports on the donkey skin trade (2017-2025). https://www.thedonkeysanctuary.org.uk/what-we-do/end-the-donkey-skin-trade/reports-on-the-donkey-skin-trade

Ähnliche Beiträge
Kommentare

Bitte beachten Sie meine Netiquette für die Erstellung von Kommentaren und den Umgang damit.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

1 × drei =

Beitragskommentare

Titel Bildquelle
Eselherde © Zinkevych@freepik.com
Eselblog_Eselhaltung Abb. Kopfverletzung eines Poitoueselhengstes durch Tritt. © Puck Plötz, Cleeberg
IMG-20250802-WA0024 © Axel Dietrich, Steinheim
Susanne Pichon © Nanna Hüttel, Nürnberg
Der_Alte_Esel-Blogbeitrag © Malou Rochell, München
Euphorie Sommer 2011 19 Jahre alt © Puck Plötz, Cleeberg
Fajas Distel © Puck Plötz, Cleeberg
Eselblog_Störrischer-Esel © Image-Source/elements.envato.com
Eselblog_WorkingEquid © Petra Horbaschk, Burgbernheim
Eselblog_Esel-wiehern-nicht © yogi_ank/elements.envato.com